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12.06.2017 | Pressemitteilung
Erste Entwarnung bezüglich falscher Auszeichnung von Echtpelz
Ansprechpartner
Axel Augustin
0221/92 15 09 - 32
Ende 2015 sorgten Medienberichte für Aufsehen, wonach der Pelzbesatz an Bekleidungsstücken oft aus Echtpelz besteht, obwohl er gemäß Auszeichnung aus Kunstpelz bestehen sollte. Hintergrund dafür ist, dass Echtfell gerade in China wohl preiswerter als hochwertiger Kunstpelz zu beschaffen ist, so dass der Hersteller – womöglich ohne Wissen und gegen den Willen des Auftraggebers/Importeurs – echten Pelz verarbeitete. Das ist höchst problematisch, da viele Verbraucher die Verwendung echter Felle ablehnen und auch die Tierschutzinitiativen zu entsprechenden Protesten im Handel aufriefen.

Aufgrund der Berichterstattungen sind im letzten Jahr auch die Aufsichtsbehörden tätig geworden. So hat das „Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit“ im Zeitraum von September bis November 2016 insgesamt 50 Proben von Bekleidungsstücken (24 Mützen, 10 Jacken, 9 Westen, 4 Schals und je einmal Ohrwärmer, Handschuhe und Stiefel) genommen. 45 waren als Kunstpelz deklariert, fünf als Echtpelz.

Ergebnis: Es wurde kein Fall gefunden, in denen Echtpelz als Kunstpelz deklariert wurde (und umgekehrt). Der notwendige Zusatz in der Textilkennzeichnung bei Echtpelz „enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ war also korrekt. Allerdings waren 30 Prozent der Bekleidungsstücke aus anderen Gründen falsch gekennzeichnet. Dazu zählte zu 14 Prozent auch eine unzureichende oder fehlende Herstellerangabe gemäß Produktsicherheitsgesetz. Das kann laut einem aktuellen BGH-Urteil auch Bußgelder für den Handel  nach sich ziehen (siehe BTE-Mitteilungen in der TW 17 vom 27. April 2017).

Positiv: Die ebenfalls durchgeführte Untersuchung auf verbotene Schadstoffe brachte keine Beanstandungen. Bei den Echtpelz-Artikeln wurden weder Formaldehyd noch Dimethylfumarat (DMF) gefunden. Bei den Artikeln aus Kunstpelz waren keine Azofarbstoffe und keine Dispersionsfarben nachweisbar.

Fazit: Der Bericht aus Bayern zeigt, dass die Aufsichtsbehörden die korrekte Textilkennzeichnung  tatsächlich überprüfen. Der Textilhandel sollte daher die Auszeichnung im eigenen Interesse regelmäßig prüfen.

Hinweis: Aufsichtsbehörden dürfen kostenlose Proben ziehen
Jeder Einzelhändler (und Lieferant) muss damit rechnen, dass die zuständigen Aufsichtsbehörden kostenlos Proben ziehen, um die Verkehrsfähigkeit der Ware zu prüfen. Da die Materialprüfung meist mit der Zerstörung der Ware einhergeht, wird diese auch in der Regel nicht zurück gebracht. Eine Entschädigung für den Verlust ist nur in absoluten Ausnahmefällen möglich. Allerdings kann man oft mit dem Prüfer vereinbaren, dass nicht gerade das teuerste Stück ausgesucht wird.

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Autor:
Sandra Volz

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