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20.03.2017 | Pressemitteilung
Probleme durch Rabattschlachten, Konkurrenzdruck und Frequenzrückgang
Ansprechpartner
Axel Augustin
0221/92 15 09 - 32
2016 war für den mittelständischen Modefachhandel ein durchwachsenes Jahr. Das bestätigt eine aktuelle repräsentative BTE-Umfrage aus dem Januar/Februar 2017, wonach 43 Prozent der teilnehmenden Unternehmen im letzten Jahr rückläufige Umsätze hinnehmen mussten. 18 Prozent erzielten ein Pari gegenüber 2015. Immerhin 40 Prozent konnten sich über ein Umsatzplus freuen, das bei 20 Prozent sogar mehr als drei Prozent betrug.

Ähnlich war die Entwicklung bei den Erträgen. 35 Prozent meldeten ein verbessertes Betriebsergebnis, bei 23 Prozent war es gegenüber 2015 immerhin stabil. Die restlichen 41 Prozent mussten allerdings eine Verschlechterung verkraften.

Belastet wurden die Erträge vor allem durch vielfach höhere Abschriften und Kosten. So haben sich die Preissenkungen im letzten Jahr bei 42 Prozent der Umfrageteilnehmer erhöht und nur bei 20 Prozent verringert. Die restlichen 38 Prozent meldete keine nennenswerte Veränderung. Kaum anders verlief die Entwicklung der Kosten, die sich bei 35 Prozent erhöhte, aber nur bei 24 Prozent verbesserte. 41 Prozent sahen keine Veränderung.

Frequenz und Durchschnittsbon blieben im langjährigen Trend: Während die Kundenzahl bei 69 Prozent der Teilnehmer sank, stieg der durchschnittliche Umsatz pro Kauf bei 53 Prozent.

Aktuell bereitet dem Textilfachhandel die zu frühen und umfangreichen Preisreduzierungen die größten Sorgen. Auf einer Skala von 1 (kein Problem) bis 10 (sehr großes Problem) bewerteten die Umfrageteilnehmer die zunehmenden Rabattschlachten in der Branche mit dem Spitzenwert von 9,0 als aktuell größtes Problem.

Die größten Probleme im Textileinzelhandel:

  • Zu frühe und umfangreiche Preisreduzierungen (9,0)
  • Zunehmender Wettbewerb durch Online-Anbieter (7,8)
  • Allgemein rückläufige Kundenfrequenz (7,7)
  • Zunehmender Wettbewerb durch die eigenen Lieferanten - online und stationär (7,1)
  • Unzureichende Warensteuerung im Saisonverlauf (5,9)
  • Umsatzverluste bei bislang marktstarken Lieferanten (5,8)
  • Bindung und Gewinnung guter Mitarbeiter (5,7)
  • Entwicklung der Personalkosten (5,6)

Zunehmender stationärer Wettbewerb durch vertikale Unternehmen (5,3)
Entwicklung der Energiekosten (5,3)

Imageproblemen aufgrund der in den letzten Jahren immer wieder kritisierten Produktionsbedingungen in einigen asiatischen Fabriken sieht sich der Modehandel dagegen derzeit kaum ausgesetzt. Denn die überwiegende Mehrheit registrierte keine (60 Prozent) oder nur vereinzelte (33 Prozent) diesbezügliche Kundenfragen. Lediglich sieben Prozent berichten über ein verstärktes und anhaltendes Kundeninteresse an diesem Thema.

Für 2017 sind die Erwartungen des Modehandels eher zuversichtlich: 39 Prozent der Unternehmen rechnen mit einem Umsatzplus, weitere 40 Prozent mit einem Pari und lediglich 21 Prozent mit einem Rückgang.

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Axel Augustin
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