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Umsatzentwicklung im Modehandel: Durchwachsenes 1. Halbjahr

Der sonnige Juni hat die Kauflaune der Kunden gehoben und für gute Umsätze im letzten Monat des 1. Halbjahres gesorgt. Insgesamt fällt die Bilanz aber durchwachsen aus. Das H.I.T-Panel von Hachmeister + Partner bietet interessante Vergleichsdaten.

  

Das Statistische Bundesamt errechnet für den Modehandel in den ersten sechs Monaten 2023 ein nominales Umsatzplus von knapp acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Gegenüber dem 1. Halbjahr im Vor-Corona-Jahr 2019 liegt der Umsatz allerdings immer noch um 5,7 Prozent niedriger. Besser stellt sich die Situation laut offizieller Statistik für den „Einzelhandel mit vorwiegend Textilien“ dar, der v.a. Betten-, Haustextil- und Handarbeitsgeschäfte umfasst. Im Vergleich zu 2019 konnte im 1. Halbjahr 2023 ein Plus von 14,8 Prozent und gegenüber 2022 ein Zuwachs von 7,3 Prozent erzielt werden.  

Der Schuhfachhandel erzielte demnach im ersten Halbjahr 2023 gegenüber dem Vorjahr ein vorläufiges Umsatzplus in Höhe von 17 Prozent. Der Sportfachhandel konnte um 14,6 Prozent und der Lederwarenhandel um 3,2 Prozent zulegen. Alle drei Märkte sind laut amtlicher Berechnung auch gegenüber 2019 gewachsen: der Schuhhandel um 10,2 Prozent, der Sporthandel um 29,3 Prozent und der Lederwarenhandel sogar um 30,0 Prozent. Der BTE weist aber darauf hin, dass es in diesen drei Branchen sehr starke – und wohl zuletzt auch erfolgreiche – Großbetriebe gibt, so dass der (gewichtete) Durchschnitt längst nicht repräsentativ für die Situation im mittelständischen Handel sein dürfte. Zudem müsse man bei allen Umsatzzahlen berücksichtigen, dass es seit 2019 massive Preisanstiege gegeben habe. BTE: „Alle Unternehmen, die nur einstellig im Plus gelandet sind, haben inflationsbereinigt also bestenfalls ein Pari erzielt.“ Laut Destatis lag der Preisanstieg für Bekleidung und Schuhe im Juni 2023 z.B. bei 5,3 Prozent und im Juli bei 2,8 Prozent. 

 

Hinweis: Die Berechnungen des Statistischen Bundesamtes basieren auf einer gewichteten 8-Prozent-Stichprobe und sollen die Marktentwicklung weitgehend abbilden. Danach müssten z.B. fast alle großen Filialisten im Umfragepanel vertreten sein. 

 

Die Ergebnisse von Branchen-Panels zum Vergleich:

 

TW-Testclub: 

Das nach eigenen Angaben teilnehmerstärkste Panel im stationären Modehandel vermeldet für das 1. Halbjahr 2023 einen nominalen Umsatzzuwachs von 17 Prozent im Vergleich zu 2022.  

 

H.I.T-Panel von BTE KompetenzPartner Hachmeister + Partner: 

Nominale Umsatzentwicklung 1. Halbjahr 2023 (stationär): + 9 Prozent im Vgl. zu 2022, - 2,5 Prozent im Vgl. zu 2019  

Nettorohertrag: + 8,8 Prozent (zu 2022) 

Frequenz: + 17 Prozent (zu 2022)  

Conversion Rate: 23 Prozent  

Durchschnittsbon: + 4 Prozent (v.a. wegen höherer Preise)  

LUG: 2,4  

Abschriftenhöhe: 12,4 Prozent  

Lagerbestand: + 10 Prozent i. Vgl. zu 2022 (aber deutlich niedriger als 2019)  

Umsatz DOB 1.Halbjahr 2023: + 9,4 Prozent (zu 2022)  

Umsatz HAKA 1.Halbjahr 2023: + 11 Prozent (zu 2022) 

Umsatz KOB 1. Halbjahr 2023: +2,7 Prozent (zu 2022)